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Jenke Nordalm
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Moskitos

von Lucy Kirkwood

Theater Aachen. Premiere 8.5.2026

Inszenierung: Jenke Nordalm

Bühne und Kostüme: Vesna Hiltmann

Musik: Ulf Steinhauer

Video: Luca Fois

Mit: Greta Ebling, Nola Friedrich, Tim Knapper, Maurice Läbe, Stefanie Rösner, Bettina Scheuritzel, Benedikt Voellmy

 

Pressestimmen

Scharf- und Unsinn vereint sich im Drama "Moskitos" im Theater Aachen dank eines brillant aufgelegten Ensembles. Jenke Nordalm spannt den Bogen vom privaten Konflikt bis zu großen Fragen von Erkenntnis und Kontrollverlust. Im Zentrum stehen die Schwestern Alice und Jenny. Stefanie Rösner gibt die Atomphysikerin Alice als kontrollierte, rationale Frau, die an Zahlen, Statistiken und Ordnung glaubt - und gerade darin zunehmend brüchig wird. Nola Friedrichs Jenny ist ihr Gegenentwurf: chaotisch, laut, emotional, irgendwo zwischen liebenswerter Nachlässigkeit und nervöser Überforderung. Friedrich spielt diese Figur mit großer Energie, schnellem Mundwerk und einer Verletzlichkeit, die unter der Oberfläche ständig spürbar bleibt. Das Zusammenspiel der beiden ist der emotionale Motor des Abends. Die Handlung entfaltet sich rund um ein familiäres Zusammentreffen im Jahr 2008, parallel zur ersten Inbetriebnahme des Large Hadron Collider. Während in Genf Teilchen kollidieren, prallen in Alices Wohnzimmer Lebensentwürfe, Vorwürfe und unausgesprochene Ängste aufeinander. Der Fokus liegt dabei klar auf dem familiären Mikrokosmos, der als Spiegel gesellschaftlicher Spannungen lesbar wird. Besonders eindrücklich ist Bettina Scheuritzel als Mutter Karen. Ihre Demenz verleiht dem Abend ein zusätzliche Schwere und verweist zugleich auf Frauen, die nicht nur im Alter, sondern auch beruflich oft übersehen oder an den Rand gedrängt werden. Scheuritzel gelingt das Kunststück, Komik und Abgrund eng beieinander zu halten. Eine besondere Rolle nimmt Tim Knapper als Boson ein. Wortlos, in Tarnanzug, beobachtet er das Geschehen, spannt Fäden über die Bühne, in denen sich die Figuren verheddern. Diese abstrakte Ebene verbindet Wissenschaft, Erinnerung und das Bild des abwesenden Vaters. Das Ensemble ist durchweg stark besetzt. Maurice Läbe als Luke und Greta Ebling als Nathalie verkörpern eine Generation, in der Unsicherheit und Orientierungslosigkeit bereits angelegt sind... Wenn Jenny zu Alice sagt: "Ich bin Forrest Gump und du der Scheiß-Zauberer von Oz", verdichtet sich all das in einem bitterkomischen Moment - tief berührend und überraschend präzise. Trotz aller Komplexität bleibt der Abend unterhaltsam und nah an den Figuren. Rösner, Friedrich und Scheuritzel ragen besonders heraus, getragen von einem insgesamt brillant aufgelegten Ensemble. "Moskitos" ist keine leichte Kost, aber eine lohnende.

Aachener Zeitung, 10. Mai 26